Samstag, 29. Dezember 2012

Besuch bei Mama

Heute Mittag haben wir Mama besucht. Wir haben sie schon vor einigen Tagen mal besucht, aber sie sieht schlechter aus, es geht ihr glaube ich auch schlechter. Sie wird jetzt künstlich ernährt, reden kann sie kaum mehr, dass strengt sie zu sehr an. Gestern wurde sie punktiert. Also noch ein Mal Wasser aus Lunge, Rippenfell und Bauch gepumpt. Ich habe sie noch nie so gesehen. Ich habe überhaupt noch nie jemanden so gesehen. Ihr Gesicht ist total eingefallen, die Haut liegt einfach nur über den Knochen und es sieht aus als hätte sie keine Lippen mehr. Ihre Zähne haben sich seltsam orange gefärbt. Ich habe vorsichtig ihre Hand gestreichelt und sie hat immer wieder die Augen geschlossen. Ihre Atemzüge sind laut und krampfhaft und sie atmet so schnell ein und aus. Meine Oma hat nur auf einem Stuhl gesessen und sie immer wieder etwas gefragt und mein Bruder hat ihr immer weider gesagt das Mama doch nicht antworten kann. Wir waren nur sehr kurz da. Als wir uns verabschiedet haben, kam diese Vorstellung wieder hoch, den Gedanken den ich in den letzten Tag so gut verdrängt hatte. Der Gedanke der mir sagt, dass sie nicht mehr nach Hause kommt, dass ihre Bett bald nicht mehr im Wohnzimmer stehen wird. Das ich sie nicht mehr besuchen werde und das wenn andere mich fragen, ich nicht mehr sagen kann das meine Mutter einfach gerade nicht da ist. Ich muss dann die Wahrheit sagen, ich muss ihnen erzählen dass ich mit meinem Bruder alleine lebe. Das es nicht immer einfach ist, aber es klappt. Ich werde den Teil auslassen, dass ich Nachts in dem Bett von meiner Mutter schlaffe, das ich mein weinen unterdrücke, aber die Tränen nicht zurück halten kann.  Das ist der Gedanke den ich nicht haben will in meinem Kopf. Ich will nicht daran denken, weil ich Angst habe das ich es sonst nur herauf beschwöre.

Achja, ich hoffe ihr hattet ein paar schöne Weihnachtstage.


xoxo TheSkinnyOne

Sonntag, 23. Dezember 2012

nie wieder nach Hause

"Sie wird nie mehr nach Hause kommen" das haben sie mir und meinem Bruder gesagt. "Die Ärzte können nichts mehr für sie tun." Ich bin in Tränen ausgebrochen, mein Bruder hat nur still gerade aus geschaut. 
Ich begreife das nicht, ich dachte es würde ihr bald besser gehen. Alle haben immer gesagt es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Und ich habe wirklich geglaubt das wäre etwas positives. Dabei wusste ich nicht einmal was die Umständen sind. Wie konnten sie mich so im dunkel tappen lassen.
Ich habe immer geglaubt, dass es ihr irgendwann wieder besser geht, nicht sofort sondern langsam un das es nicht genauso wird wie früher, aber fast so. Ich dachte es wären nur noch ein paar Monate. Jetzt sagen sie es sind höchstens noch ein paar Monate und dann ist es vorbei, es kann aber auch jeden Augenblick passieren. Ich habe sie so lange nicht gesehen, und sprechen kann sie nicht mehr. 
Ich weine seit Stunden, mein Gesicht brennt, die Augen tränen, ich zittere und habe weder Durst noch Hunger. Aber verstehen tue ich das Ganze nicht.
Warum Mama, warum die Person die ich am aller meisten liebe. Das alles ist so unwirklich.
Sie sagen sie bekommt so stark Morphium das sie selbst nicht weiß das es bald zu ende ist und es nicht versteht. Aber das schlimmste ist, dass es noch keiner Oma gesagt hat. Wie soll ich ihr sagen das ihre Tochter nicht mehr wieder kommt. 
Ich bin doch noch klein, fast ein Kind. Ich bete, ich bitte, ich würde Alles tun, damit es ihr doch besser geht. Bitte Lieber Gott, nimm sie noch nicht zu dir.

Ich wünschte die Welt wäre am 21. doch untergegangen, dann hätten wir jedenfalls alle zusammen die Welt verlassen können.

Freitag, 21. Dezember 2012

Untergang

Hallo ihr Lieben, 

Eine Schlechte Nachricht hat mich heute doch erreicht  was mir den Start in die Ferien ziemlich vermiest. Meine Mutter hat angerufen und meinte, dass es nicht sicher ist, ob sie zu Weihnachten aus dem Krankenhaus kommt. Sie wird vorerst in ein anderes Krankenhaus stationiert und soll vielleicht bis Januar dableiben. :/



Mir fällt gerade ja ein, dass heute ja der 21. Dezember ist, was bedeutet das der Weltuntergang für heute hervorgesagt ist. Ich glaube da zwar nicht dran, aber ich wollte euch nur noch mal sagen DANKE, ich danke euch allen für jeden einzelnen Kommentar den ihr unter meine Post schreibst, jedes Herzchen das ihr als Reaktion drückt, jeden Leser und jeden Blogklick, vielleicht wisst ihr es nicht aber für mich bedeutet das die Welt und freut mich riesig. 

Ich hatte mir schon einmal vorgestellt wie es wäre, wenn ich als einzige die Apokalypse überlebe, und dachte dann rase ich erstmal ins Einkaufzentrum, und hol mir ein paar schicke Sachen. Aber dann fiel mir ein das es ja niemanden mehr gibt vor dem ich damit angeben kann.
Nein, Spaß bei Seite, das wäre schon ziemlich blöde.





Ich wünsche euch noch einen schönen Tag und hoffentlich höre ich nochmal von euch. 
Morgen werdet ihr sehen ob es mich noch gibt. :)



xoxo TheSkinnyOne

Sonntag, 16. Dezember 2012

C'est ma vie

Heute war ich sie besuchen, mit meinem Bruder. Mama ist jetzt schon fast eine Woche dort. Ich kann Krankenhäuser nicht ausstehen, der beißende Geruch nach Desinfektionsmittel und sie grell sterilen weiß-gelben Wände. Und an diesem Ort sollen Menschen wieder gesund werde.
Ohr Gesicht sieht noch eingefallener aus als sonst, doch sie hat überall Geschwüre. Das Wasser hat sich aus ihrer Lunge in ihren ganzen Körper verteilt. Und die Ärzte wissen nicht wie sie es raus holen sollen. Sie sieht schlimm aus und ich konnte sie gar nicht anschauen ohne das ich Tränen in den Augen hatte. Sie kann nicht richtig sprechen, weil es ihr zu sehr weh tut. Während den 1 1/2 Stunden hingen meine Augen die meiste Zeit an ihren Händen in denen Schläuche verschwanden an ihren Armen die so sehr auf gequollen sind, das es aussieht als würden sie gleich platzen, ich habe so etwas noch nie gesehen. Die Ärzte sagen das sie voraussichtlich Samstag nach Hause kann.

Erst als ich zu Hause war habe ich realisiert was hier passiert. Es ist meine Mutter, die Person die da im Krankenhaus liegt. Das hier ist mein Leben, das irgendwie total aus den Fugen gerät. Das bin ich da im Spiegel, das Mädchen das seit einiger Zeit völlig abwesend ist und das in der Schule früher die beste war und mittlerweile nur noch 4 bekommt. 



xoxo TheSkinnyOne

Dienstag, 11. Dezember 2012

Davon fliegt das Blatt

Heute morgen als ich zur Schule gingen, standen ihre Koffer schon gepackt an der Tür. Heute wird sie ins Krankenhaus fahren, ihr Arzt sagt, dass sie dort bessere Medikamente für sie haben und sie den Verlauf ihrer Gesundheit besser ihm Blick haben. Ich habe ihr meine kleine Engelsstatue gegeben. Die soll sie beschützen. 
Die Ärzte sagen das Mama es wahrscheinlich schaffen wird vor Weihnachten wieder nach Hause zu kommen. Das hoffe ich auch, es wäre seltsam ohne sie, dann wären mein Bruder und ich ganz alleine.

Manchmal kommt abends in mir der Gedanke hoch, was mit mir und meinem Bruder passieren wird, wenn Mama nicht mehr da ist. Wir können doch nicht alleine hier wohnen, zu Papa könnten wir auch nicht wirklich bei ihm und seiner neuen Frau ist nicht so viel Platz, und da würde ich auch nicht so gerne hin. Vielleicht würde meine eine Oma vor erst hier einziehen, dass wäre mir aber viel zu viel. Meine Oma mütterlicher Seits  ist immer so aufdringlich und ist jetzt schon andauernd hier. Dann würde ich sicherlich niemanden mehr mit nach Hause nehmen, weil sie die ganze Zeit hier wäre und unsere Wohnung schon jetzt so klein ist, dass meine Mutter ihm Wohnzimmer schläft. Aber ich lasse ja jetzt schon keine Freunde mehr zu mir. 
Am besten wäre wenn mein Bruder und ich alleine hier wohnen würden, er ist ja schließlich 18, aber ob das so geht, dass weiß ich nicht. Ich fühle mich immer schlecht, wenn ich darüber nach denke, denn ich stelle mir immer vor, dass ich das somit herauf beschwöre. 
Ich will nicht weiter daran denken.



xoxo TheSkinnyOne

Montag, 10. Dezember 2012

Schnee

Als ich heute morgen aus dem Fenster gesehen habe, sah ich es von allen Bäumen herunter troffen. Es taut schon wieder. Ich hasse es wenn es taut, der ganze schöne Schnee wird zu einer einzigen ekligen grauen Matschpampe. Auf dem Weg in die Schule bin ich mal wieder durch den Schnee geschlürft und es ist der erste Tag seit einer längeren Zeit wo ich das Gefühl hatte, dass meine Zehen nicht aneinander fest gefroren sein.
Während ich in der Schule, mal wieder aus dem Fenster raus geschaut habe, und leise im Hintergrund meine Lehrerin etwas über Doppel und Dreifachbindungen von Molekülen reden hören hab, habe ich den Schneeflocken zu geschaut die langsam zu Boden sanken. Das Wetter kann sich wohl auch nicht ganz entscheiden. Ich habe mir mal wieder alles mögliche vorgestellt, dass einzige woran ich nicht gedacht habe ich, dass Unterricht ist.

Manchmal denke ich es wäre schön wieder ein Kind zu sein, wieder so jung das man sich durch den Schnee kugeln lassen kann und mit seinem Schlitten seinen Ranzen in die Schule ziehen kann.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Snowflakes are falling down, but my tears are melting them.




Heute fiel der erste Schnee, es wird immer kälter draußen und wenn ich jetzt aus dem Fenster sieht alles so friedlich aus. 

Aber der Schein trügt.

Als ich nach der Schule nach Hause kam war niemand da. Eine Freundin rief an, meine Mutter ist im Krankenhaus, sie haben Wasser in ihrer Lunge gefunden. 1,5 Liter haben sie schon rausgeholt, in 2 Tagen folgen die restlichen 2 Liter. Der Arzt sagt, jetzt besteht vorerst keine Erstickungsgefahr mehr.
Nachts ist sie nach Hause gekommen.

Jede Nacht liege ich wach in meinem Bett und lausche dem Geräusch ihres Beatmungsgerätes, ich bin jede Sekunde bereit, bei dem kleinsten seltsamen Geräusch auf zuspringen und zu ihr zu laufen.
Doch irgendwann holt mich der Schlaf. 

Aber ich weiß, ich sollte mich nicht beschweren, es gibt Menschen die haben es schwerer. 
Ich fühle mich nur so einsam und weiß nicht was ich tun soll.